Leben des Galilei

„Leben des Galilei“ wurde im Juli und August im Theater im Steinbruch Krastal in Kärnten unter der Regie von Manfred Lukas-Luderer aufgeführt. Das Erstellen der Bühnenfassung und die dramaturgische Begleitung dieses Stückes waren sehr vielfältig und spannend und nicht zuletzt – ob des Themas und Autors – eine besondere Aufgabe. Das Programmheft sowie Szene-Fotos können hier eingesehen werden. Einzelne meiner Texte finden sich unter der Bildgalerie.

Manfred Lukas-Luderer Galileo Galilei; Christian Neuhof Andrea Sarti, Cosmo de Medici, Ein Mönch; Isabella Wolf Frau Sarti, Mathematiker, Sehr dünner Mönch, Kardinal Bellarmin, Inquisitor; Manuel Dragan Ludovico Marsili, Clavius, Das Individuum, Sekretär; Heinrich Baumgartner Kleiner Mönch (Fulganzio), Der sehr alte Kardinal, Federzoni, Der Astronom; Alexander Meile Kurator, Philosoph, Barberini (später Papst Urban), Balladensänger, Der Beamte, Rektor Gaffone; Daniela Graf Virginia, Weib des Balladensängers, Zweiter Mönch.

Regie: Manfred Lukas-Luderer; Bühne: Fillei/Krenn; Dramaturgie: Tanja Peball; Kostüm: Johanna Hillert; Musik: The New Jacks; Regieassistenz: Andrea Müller; Produktionsleitung: Marc Germeshausen;   Assistenz Produktion: Regina Klammer; Assistenz Bühne: Nina Herzog;

Leben und Prägungen des Bertolt Brecht

geboren am 10.2.1898 in Augsburg, gestorben am 14.8.1956 im Alter von 58 Jahren während der Proben zu „Leben des Galilei“in Berlin/Ost, ehemalige DDR

Brecht wuchs in relativ geordneten ökonomischen Verhältnissen, eine protestantische Erziehung erhaltend, auf. Schon 1908, im Alter von zehn Jahren, verbringt Brecht aufgrund von „Nervosität“ sechs Wochen im Kindersolbad in Bad Dürrheim – fünf Jahre später erneut. 1922 wird Brecht aufgrund einer Unterernährung und einer Nierenentzündung in der Berliner Charité behandelt (…) Lesen Sie hier den gesamten Text.

„Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht

„DIE SCHRIFT SAGT, SIE STEHT STILL.Und die Doktoren Beweisen, dass sie stillsteht, noch und noch Der Heilige Vater nimmt sie bei den Ohren und hält sie fest. Und sie bewegt sich doch!“ B.B.

Brechts Interesse an der Persönlichkeit des Galileo Galilei begann vermutlich bereits 1933. Exakt 300 Jahre zuvor, setzte Galilei seiner „Erde-um-die-Sonne-Theorie“ ein formales Ende, indem er vor der Inquisition widerrief. Brecht sah sich 1933 im amerikanischen Exil in einer von Senator Joseph McCarthy gestarteten Untersuchung („Hearing before the Committee on Un-American Activities“) ebenso gezwungen, seine politisch-ideologische Zugehörigkeit zum Marxismus zu leugnen, während in Europa seine Bücher von den Nazis verbrannt wurden. (…) Lesen Sie hier den gesamten Text.

Zur Inszenierung

Ist Wissen Macht? Welches Wissen wird in einer Gesellschaft kommuniziert und weitergegeben? Wie stark ist Wissen in seiner Entwicklung abhängig vom Status des politischen, von Machtverhältnissen und Autoritäten? Mit Sensibilität und Präzision entwickelt Manfred Lukas-Luderer in vierzehn Bildern den brechtschen, dialektischen Galilei und zeigt mit viel Gespür für den Autor, Regisseur und Dramaturgen Brecht, die einzelnen Episoden bzw. Stationen im „Leben des Galilei“. Galileis unverrückbarer Glaube an die menschliche Vernunft wird wiederholt (…) Lesen Sie hier den gesamten Text.

Theatertheorie – Brechts Theater des wissenschaftlichen Zeitalters

„Wenn man sieht, dass unsere heutige Welt nicht mehr ins Drama passt,dann passt das Drama eben nicht mehr in die heutige Welt.“ Zitat von B.B. aus Elisabeth Hauptmanns Aufzeichnungen, 1957

Dieses Zitat beschreibt in Kürze einen der Gründe, warum Brecht den Versuch unternahm, in der Dramen- und Theaterästhetik des 20. Jahrhunderts neue Akzente zu setzen. Die überlieferte und traditionell aristotelisch geprägte Form des Dramas, hielt Brecht zur Darstellung zeitgenössischer Zustände, Fragen und Probleme für unzulänglich. Das klassische Drama appelliert mit der geschlossenen Form, und der „Als-Ob-Haltung“ eher an das Gefühl der Zuseher – es versetzt sie in eine Illusion. Brecht bezeichnete das klassische Drama als eines von einer „Mitleidsdramatik“ geprägtes (…) Lesen Sie hier den gesamten Text.