Hemma – eine Gottesweibspassion

Das nächste Projekt führte mich in den Dom zu Gurk und in den Klagenfurter Dom. Die katholische Kirche hatte den Autor Franzobel mit einem Stück über die heilige Hemma von Gurk beauftragt und Manfred Lukas-Luderer die Inszenierung anvertraut. Symbolisch für Hemmas ringen mit dem existentialistischen In-der-Welt-Sein, installierte uns die Bühnenbildnerin Nina Herzog einen Boxring in die geschichtsträchtigen und pompösen Räumlichkeiten der Kirche.

Auszüge meiner Texte aus dem Programmheft sowie eine Bildergalerie befinden sich unten.

Tamara Stern, hl. Hemma. Heinz Weixelbraun, Graf Wilhelm. Alexander Meile, Wilhelm, 1. Sohn. Mario Linder, Hartwig, 2. Sohn. Ivana Rauchmann, Kathi Matschacher. Heinrich Baumgartner, Karl Matschacher. Isabella Wolf, Joker, Adalbero von Eppenstein, Erzbischof Donatus.

Regie, Manfred Lukas-Luderer. Dramaturgie, Tanja Peball. Bühne, Nina Herzog. Kostüm, Antoaneta Stereva. Soundgestaltung, Alexander Meile und Mario Linder. Regieassistenz, Müller Andrea. Kostümassistenz, Mirjam Bodner. Produktion, Regina Klammer. Technische Leitung, Bernhard Krieber

Fünf Fragen an Franzobel

War es ein Leichtes über dieses Thema ein Stück zu schreiben oder eher mit Schwierigkeiten und Widerständen verbunden?

Es ist nie so leicht, wie man sich das am Anfang vielleicht vorstellt, vor allem hatte ich mit Manfred Lukas-Luderer einen sehr strengen Mitarbeiter, der mir die Bedeutung der Hemma für Kärnten näher gebracht hat. Leicht war es vielleicht insofern, als der Stoff doch sehr starke Bilder beinhaltet. Ich muss ergänzen, dass ich zwar eine sehr private Variante des Glaubens praktiziere (…) Lesen Sie hier den gesamten Text.

Über den heutigen Abend. Geschätztes Publikum!

Was heute gezeigt wird, ist nicht einfach die Geschichte einer Hemma, die Sie bereits alle kennen. Die Hemma anhand der Legenden nachzuerzählen, wäre keine Herausforderung, weder für den Autor Franzobel, noch für den Regisseur Manfred Lukas- Luderer.

Wir wollen Ihnen heute eine Hemma zeigen, die Sie so vielleicht noch nie gesehen haben, eine, wie sie sich der Autor Franzobel, ein Geist des 21. Jahrhunderts und ein „Kind seiner Zeit“, geprägt von den Haltungen und Einstellungen, Einflüssen und Vorgängen in der Gegenwart, vorstellt, eine, wie er sie für uns schreibend entworfen hat.

Die Hemma, die Sie heute sehen werden ist aus der Gegenwart heraus und in der Gegenwart entstanden und es ist eine Hemma (…) Lesen Sie hier den gesamten Text

Hintergründe, Beweggründe, Legende und Inszenierung

Die Geschichte der Hemma von Gurk die vor ungefähr 1000 Jahren gelebt hat, ist nicht nur für Historiker, sondern ebenso für Literaten schwer zu erschließen. Legenden bilden das Material, mit dem man sich an das Thema der Hemma annähern kann. Die Legende als literarische Gattung hat die Aufgabe, anhand von Bildern, die aus dem Unbewussten auf einzelne historische Persönlichkeiten übertragen werden, geschichtliche Begebenheiten zu deuten. Legenden versuchen so, den Gefühlswelten, die bestimmten Handlungen zu Grunde liegen, nachzuspüren.

Wahr sind sie nur, weil sie Dichtung sind und weil sie nicht als historische Wahrheit auftreten. Sie verarbeiten historische Begebenheiten auf einer symbolischen Ebene. Damit stehen sie an der Grenze zwischen psychischer und historischer Wirklichkeit (…) Lesen Sie hier den gesamten Text.